🗾 Japan entdecken
Bebilderte Beiträge über sehenswerte Orte, bekannte Speisen, Feste der Jahreszeiten und Kulturschätze — geschrieben für neugierige Gäste aus aller Welt.
Was ist Japan?
Japan ist ein Inselstaat in Ostasien, der sich in einem langen Bogen vor der nordöstlichen Küste des asiatischen Festlands erstreckt. Das Land besteht aus 6,852 islands, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt jedoch auf den vier Hauptinseln: Honshū, Hokkaidō, Kyūshū und Shikoku. Auf einer Fläche etwa so groß wie Kalifornien leben in Japan rund 125 million people — und doch sind fast zwei Drittel des Landes von dichtem Wald und Bergen bedeckt, was Japan zu einem der auffallend naturreichsten Industrieländer macht.
Japans schriftlich überlieferte Geschichte reicht mehr als 2,000 years. Das Kaiserhaus, das seine Abstammung auf die mythische Sonnengöttin Amaterasu zurückführt, ist die älteste durchgehend bestehende Monarchie der Welt. Über die Jahrhunderte entwickelte Japan eine Kultur von außerordentlicher Verfeinerung — in Keramik, Textilien, Architektur, Dichtung, Theater und Küche —, geprägt von Einflüssen aus China und Korea und später aus Europa, doch stets gefiltert durch ein unverwechselbar japanisches Empfinden, das Feinheit, Handwerkskunst und die Schönheit der Vergänglichkeit schätzte.
Der Begriff wabi-sabi (侘び寂び) — Schönheit im Unvollkommenen und Vergänglichen zu finden — durchzieht fast jede japanische Kunstform, von der rissigen Glasur einer Teeschale bis zu den gefallenen Blütenblättern der Kirsche. Japan feiert die Dinge nicht trotz ihrer Kürze, sondern gerade ihretwegen. Die Sakura-Zeit dauert jedes Frühjahr kaum zwei Wochen — und genau darum versammeln sich Jahr für Jahr Millionen unter den Bäumen.
Japan hat vier ausgeprägte Jahreszeiten, jede mit eigenen Festen, Speisen und Landschaftsbildern. Spring bringt die Kirschblüte von Süden nach Norden, gefolgt von leuchtenden Azaleen und Blauregen. Summer ist die Zeit der Feuerwerke, des Bon-Odori-Tanzes und der Zikaden. Autumn lässt die Wälder in Ahorn und Ginkgo auflodern — ein Schauspiel, das der Kirschblüte an Beliebtheit kaum nachsteht. Winter bringt starken Schneefall im Norden und in den Bergen und verwandelt Hokkaidō und die Japanischen Alpen in eine Landschaft wie aus einem Holzschnitt.
Das Land gliedert sich in 47 prefectures (都道府県), jede mit eigenem Charakter, eigenem Dialekt, eigener Küche und eigenem Stolz. Kyoto, die alte Hauptstadt, bewahrt tausendjährige Tempel und die Geisha-Traditionen. Tokio, die heutige Hauptstadt und eine der größten Städte der Welt, pulsiert vor moderner Mode, Technik und Küche. Okinawa im tiefen Süden hat eine eigene Sprache, eigene Musik und eine subtropische Kultur, geprägt von Jahrhunderten des Handels mit Südostasien und China. Und Hokkaidō im hohen Norden ist ein Land weiter Wildnis, vulkanischer Gipfel und wohl der besten Milchprodukte Asiens.
Für Gäste ist Japan berühmt dafür, sicher, sauber und verlässlich zu sein. Züge fahren auf die Sekunde genau. Rund um die Uhr gibt es warme Speisen im Convenience Store. Fremde machen einen Umweg, um einen verirrten Reisenden ans Ziel zu bringen. Diese Kultur der Gastfreundschaft — bekannt als omotenashi (おもてなし) — ist keine Vorführung für Reisende, sondern schlicht die Art, wie der Alltag geführt wird. Ob Sie ein Fünf-Sterne-Ryokan besuchen oder einen Ramen-Laden um die Ecke: Man behandelt Sie als geschätzten Gast.
Japan ist zugleich ein Land bemerkenswerter contrasts. Alte Schreine stehen im Schatten gläserner Hochhäuser. Buddhistische Mönche gehen an neonbeleuchteten Spielhallen vorbei. Ein Bauer im ländlichen Akita besitzt womöglich das neueste Smartphone. Diese Schichtung von Alt und Neu, Land und Stadt ist kein Widerspruch — sie ist das Gewebe des modernen Japan und einer der Gründe, warum das Land unerschöpflich zu entdecken bleibt.
🗾 Die 47 Präfekturen Japans — Reiseziele
🍱 Japanese Food
Sushi
Die Kunst, gesäuerten Reis, frische Zutaten und feine Würze ins Gleichgewicht zu bringen. Japans berühmtester Ausfuhrartikel.
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Tempura
Federleicht ausgebackene Meeresfrüchte und Gemüse. Von portugiesischen Missionaren eingeführt, von Japan vollendet.
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Wagashi
Überlieferte Süßigkeiten aus Bohnenpaste und Mochi — ebenso Kunst wie Speise.
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Oden
Daikon, Tofu und Fischküchlein, langsam in Dashi-Brühe gegart. Das Trostgericht des japanischen Winters.
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Ramune
Japans berühmte Sommerlimonade, mit einer Glasmurmel verschlossen — halb Getränk, halb Rätsel.
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Ichigo — Strawberry
Japanische Erdbeeren, bis zur Vollkommenheit gezogen — gleichmäßig, überaus süß, dargeboten wie ein Schmuckstück.
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Mikan — Mandarin
Japans geliebte Winterzitrusfrucht. Mikan unter einer warmen Decke zu schälen ist geradezu ein nationales Ritual.
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Roasted Maiskolben
Ein Klassiker der Festbuden, bestrichen mit Sojasauce und Butter — der Duft eines japanischen Sommerfests.
Read more →🎆 Events & Festivals
Bon-Odori — Der Tanz zum Ahnenfest
Gemeinden versammeln sich unter Laternen zum Tanz zu Ehren der Ahnenseelen — eine tief bewegende Sommertradition.
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Tanabata — Das Sternenfest
Wünsche, auf bunte Papierstreifen geschrieben und an Bambus gebunden — verwurzelt in einer Liebesgeschichte am Himmel.
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Suikawari — Das Melonenschlagen
Mit verbundenen Augen am Strand, geleitet nur von Zurufen — wer die Melone spaltet, erringt den Sommerruhm.
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Asagao Ichi — Der Prunkwindenmarkt
Ein jahrhundertealter Blumenmarkt in Tokio im Morgengrauen, auf dem leuchtende Prunkwinden aus Holzeimern quellen.
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Hinamatsuri — Das Puppenfest
Prächtige kaiserliche Puppen auf Stufengestellen, aufgestellt als Bitte um Gesundheit und Glück der Töchter.
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Setsubun — Das Bohnenwerfen zum Frühlingsbeginn
Geröstete Sojabohnen, auf Dämonen geworfen, um das Böse zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen — eines der lebhaftesten Rituale Japans.
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Mikoshi — Der tragbare Schrein
Scharen von Trägern tragen goldene Schreine durch die Straßen und rufen im Chor, um eine Gottheit durch ihr Gebiet zu geleiten.
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Mamemaki — Das Bohnenwerfen
„Oni wa soto! Fuku wa uchi!“ — Dämonen hinaus, Glück herein! Jedes Haus und jeder Schrein macht mit.
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Oshōgatsu — Das japanische Neujahrsfest
Japans wichtigster Feiertag. Die Tempelglocken läuten 108-mal, die Familien kommen zusammen, und das ganze Land beginnt neu.
Read more →🎎 Japanische Bräuche und Handwerkskunst
Kokeshi-Puppe
Schlichte Holzpuppen, in der Region Tōhoku von Hand geschnitzt — jede Machart eigen für ihren Thermalort in den Bergen.
Tanuki Statue
Der rundliche Marderhund der japanischen Sagenwelt — ein Glückszeichen, das den Eingang unzähliger Läden bewacht.
Oni Mask
Die grimmige Dämonenmaske, die bei Festen, im Theater und zu Setsubun getragen wird — ein Wächter, der Unglück abwehrt.
Hagoita
Decorative wooden paddles used in a traditional New Year's shuttlecock Handheld-Spielkonsole — now prized as lucky ornaments.
Koma — der Kreisel
Japans überlieferter Kreisel, seit Jahrhunderten beliebt. Dreht er sich, summt er — ein Spielzeug mit einem Klang wie ein Mantra.
Akabeko-Kuh
Eine rote Kuh aus Pappmaché, die mit dem Kopf nickt — ein 400 Jahre alter Glücksbringer aus Aizu in Fukushima.
Fukusuke
Eine großköpfige, nickende Figur in förmlichem Hakama — eine beliebte Glückspuppe, der man Wohlstand nachsagt.
Yakko Kite
Geformt wie ein Samurai-Diener, tanzt dieser unverwechselbare Drachen seit 400 Jahren im Januarhimmel Japans.
