Reading: Mitsu (honey)
Meaning: Süße und Nahrung. Mikan steht für die natürliche Süße des Winters und die Wärme familiärer Zusammenkünfte.

Was ist Mikan?

Mikan (みかん) ist die japanische Mandarine, eine kleine, leicht zu schälende Zitrusfrucht, die vom japanischen Winter nicht zu trennen ist. Anders als viele Früchte, die ein Messer oder einige Mühe verlangen, lässt sich eine Mikan in Sekunden mit bloßen Händen schälen, wobei die dünne Schale duftende Öle freigibt. Im Inneren sind die Segmente von Natur aus getrennt, fast wie zum Teilen geschaffen. Seit Generationen ist Mikan die Winterfrucht Japans schlechthin — günstig, überall erhältlich und tief mit der Wärme der Jahreszeit und der Familie verbunden.

A Winter Ritual

Das Bild vom Mikan-Essen ist in Japan aufs Engste mit dem Winter verbunden. An kalten Nachmittagen sitzen Kinder mit Mikan im Schoß, schälen und essen sie, während sie fernsehen oder Hausaufgaben machen. Familien versammeln sich um beheizte Tische, Schalen mit Mikan in Reichweite. Der Brauch ist so verwurzelt, dass aufgeschichtete Mikan auf Märkten und in den Auslagen der Convenience Stores das Ende des Herbstes und den Beginn des Winters ankündigen. Es gibt ein japanisches Wort, kotatsu-mikan (こたつ蜜柑), was wörtlich „Mikan, unter dem beheizten Decktisch gegessen“ bedeutet — eine poetische Anspielung auf die Behaglichkeit des Winters.

Nutritional Value

Mikan ist reich an Vitamin C und wird daher besonders in der Erkältungszeit geschätzt. Überliefert glaubte man, Mikan zu essen beuge Erkältungen vor und stärke die Abwehrkräfte — eine Annahme mit gewisser wissenschaftlicher Grundlage. Mikan enthält außerdem Ballaststoffe, Kalium und Antioxidantien. Die weißen Fasern zwischen den Segmenten und die Schale enthalten wertvolle Stoffe, weshalb viele Japaner sie mitessen, statt sie wegzuwerfen.

Regional Varieties

Japan hat durch sorgfältige Züchtung zahlreiche Mikan-Sorten hervorgebracht. Iyokan (伊予柑) aus der Präfektur Ehime ist groß und süß. Hassaku (八朔) ist herb und aromatisch. Amaou (甘王) und andere Markennamen sind zu Prestigeobjekten geworden, die Spitzenpreise erzielen. Unshu-mikan (温州蜜柑) ist die klassische Sorte, mit der die meisten Japaner aufgewachsen sind. Die Regionen haben unterschiedliche Vorlieben und Sorten, sodass die örtliche Mikan für landwirtschaftliche Gemeinden zur Sache des Stolzes wird.

Die kernlose Umwälzung

Der moderne Mikan-Anbau hat die Kerne weitgehend beseitigt, sodass das Essen ganz mühelos ist. Das war nicht immer so — ältere Sorten hatten zahlreiche Kerne. Agrarforscher entwickelten kernlose Sorten, die sich als weit beliebter erwiesen. Heute sind die meisten im Handel erhältlichen Mikan kernlos, ältere oder besondere Sorten können jedoch noch Kerne enthalten. Darin zeigt sich eine allgemeine Richtung der japanischen Landwirtschaft: das Streben nach Bequemlichkeit und Vollkommenheit beim Erzeugnis.

🔥 Heater & Mikan

Der japanische Brauch, unter einem Kotatsu (beheizter Tisch mit Decke) zu sitzen und Mikan zu essen, ist Winter schlechthin. Der Gegensatz zwischen kalter Mikan und warmer Decke schafft Behaglichkeit. In Anime, Manga und Filmen steht dieses Bild oft für das gemütliche japanische Winterleben. Wenn Sie Japan im Winter besuchen, lohnt es sich, dieses schlichte Vergnügen zu erleben.

Health Benefits

Der Vitamin-C-Gehalt ist am höchsten, wenn die Mikan reif und süß ist — die Wintermikan ist daher besonders nahrhaft. Manche Japaner bereiten aus der Schale Saft oder Tee. Die Frucht ist magenfreundlich und wird oft Genesenden empfohlen. In der überlieferten japanischen Heilkunde gilt Mikan als wärmend und förderlich für den Kreislauf.

A Cultural Icon

Mikan durchzieht die japanische Kultur — in Literatur, Kunst und Film als Sinnbild für Kindheit, Winter und familiäre Wärme. Das Bild einer Hand, die eine Mikan schält, ist Japanern so vertraut, dass es sofort Wehmut weckt. Heutige Convenience Stores führen erlesene Mikan-Sorten in schön gestalteten Schachteln als Geschenk, und doch bleibt die bescheidene Mikan für alle erschwinglich und in ihrem Wesen unverändert — eine kleine Frucht, die nach Winter und Kindheit schmeckt.